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Wie verborgene Information die Anziehungskraft von Kunst triggert

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Wie verborgene Information die Anziehungskraft von Kunst triggert

Ich habe auf arstechnica.com in deren Überblick über interessante wissenschaftliche Ergebnisse einen bedeutsamen Beitrag zum Thema Kunst gefunden:

Geschmack ist in der Kunst sehr subjektiv und zu verstehen, warum einige Werke mehr als andere mit der Öffentlichkeit resonieren, fasziniert Forscher seit langem. Mathematiker denken, dass sie eine versteckte "goldene Regel" der abstrakten Kunst identifiziert haben, die erklären könnte, warum wir uns zu einem Jackson Pollock hingezogen fühlen, während weniger bekannte Werke uns kalt lassen.

Die Zusammenfassung der Autoren in der verlinkten Publikation PLOS Computational Biology "Art’s hidden topology: A window into human perception" sagt folgendes:

Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler zu verstehen, warum bestimmte Kunstwerke uns mehr bewegen als andere. Doch direkt zu verbinden, was in einem Bild ist, mit dem, was es in uns auslöst, hat sich als schwer fassbar erwiesen. Da Formen und visuelle Muster sowohl in der Kunst als auch in der Welt eine so zentrale Rolle spielen, haben wir einen neuen Blickwinkel erkundet: mit fortschrittlichen mathematischen Werkzeugen aus der Topologie enthüllen wir verborgene Strukturen in Bildern. ... Wir zeigen auch, dass Künstler einer Art „goldenen Regel“ zu folgen scheinen, wenn es darum geht, ihre Kompositionen durch Formen zu gestalten.

Wenn wir uns an meine abstrakte Definition für den Begriff Kunst erinnern, welche ich erstmalig in 2002 publik gemacht habe, wird ziemlich deutlich, warum verborgene Ebenen oder - anders gesagt - zusätzliche visuelle und/oder sensorische information in Kunstobjekten die Wahrnehmung dieser als Kunst auslösen kann oder eben auch nicht.

Ich habe die Definition von Kunst wie folgt eingeführt:

Ein Kunstobjekt ist ein Objekt, welches bei der wahrnehmenden Person in einem abgegrenzten Zeitraum (wo sich die Meinung des Betrachters, z.B. durch einen geänderten Kontext des Objekts, nicht ändert) verschiedene, über das Verständnis über die Art des Objekts, dessen Zweckbestimmung und den Einsatz des Objekts hinausgehende, Assoziationen hervorruft.

Die Kunst ist der Prozess bzw. die Tätigkeit der Erschaffung von Kunstobjekten.

Sehr häufig ist es nicht die offensichtliche, oberflächliche information, welche uns ein Objekt als ein Kunstobjekt wahrnehmen lässt. Es ist fast immer eine zusätzliche, im ersten Blick möglicherweise verborgene sensorische Information, zusätzlicher Kontext und/oder Metadaten, welche sich mit einem Kunstobjekt assoziieren lassen, die dieses Objekt von einem ordinärem Gegenstand unterscheiden.

Wenn wir ein einfaches schwarzes Quadrat auf einem weißen Hintergrund betrachten veranlaßt uns nichts über dieses als ein Kunstobjekt zu denken: Black square on white background Aber wenn wir das "Schwarze Quadrat" von Kazimir Maletich in einem Museum betrachten oder über dieses in einem Buch oder wissenschaftlichen Beitrag lesen, ist vieles von dieser verborgenen, zusätzlichen sensorischen Information, von dem zusätzlichen Kontext und Metadaten präsent, erzeugt verschiedene, über das Verständnis über die Art des Objekts, dessen Zweckbestimmung und den Einsatz des Objekts hinausgehende, Assoziationen. Malevich, Kazimir Severinovich - Black Square 1930 or 1932

Für mich ist es logisch, dass die zwei folgenden Sachverhalte die Wahrscheinlichkeit steigern verschiedene, über das Verständnis über die Art des Objekts, dessen Zweckbestimmung und den Einsatz des Objekts hinausgehende, Assoziationen hervor zu rufen:

  1. mehr Ebenen sensorischer Information sollten einfach rein statistisch zu mehr Chancen für Assoziationen führen, welche über das einfache Verständnis über den Zweck eines Objekts hinausgehen

  2. und häufig wird erst eine Kombination von unterschiedlichen Informationsschichten und/oder unterschiedlichen sensorischen Ebenen zu einem Kontext führen, welcher komplex genug für eine Wahrnehmung eines Objekts als Kunst ist.

Abschließende Diskussion:
Wie könnte die veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit und die Überlegungen oben die menschliche Art der Wahrnehmung von Kunst beeinflüssen?

  • Ist es für ein neu trainieren KI-System möglich aus diesern wissenschaftliche Arbeit und diesen Beitrag zu lernen wie man Kunstobjekte kreiert, die auch vom Menschen als solche wahrgenommen werden? - JA, selbstverständlich, zumindest in Theorie, zumindest eine Zeit lang.
  • Wird dies meine abstrackte Definition des Begriffs Kunst beeinflussen? -NEIN weil die Definition adaptiv ist, weil sie in erster Linie Menschen im Blick hat und Menschen jederzeit die Art und Weise anpassen können, wie sie Dinge sehen.
  • Witd es Menschen in der näheren Perspektive möglich sein von Menschen erschaffene Kunstobjekte von KI generierten zu unterscheiden? - Wahrscheinlich JA wegen der Anpassungsfähigkeit der menschlichenBetrachtung, wahrscheinlich NEIN weil die KI zumindest in teilen menschliche Züge bekommen könnte. Wir werden sehen 😉
  • Werden wir von der selben Art von Intelligenz sein, wenn wir mit der KI das selbe Verständnis und die selbe Wahrnehmung von Kunst teilen? - ... 🍀